Lettische Stadt investiert in solare Fernwärme

18. Oktober 2018

In Salaspils wird die erste mit Solarthermie betriebene Fernwärmeanlage Lettlands entwickelt. Das Kollektorfeld der Anlage umfasst insgesamt 1.720 Kollektoren mit einer Gesamtfläche von 21.672 m2. Die Anlage wird – von den dänischen Anlagen abgesehen – die größte mit Solarthermie betriebene Fernwärmeanlage Europas sein. Wenn die Anlage Mitte 2019 fertiggestellt ist, werden jährlich 12.000 MWh Wärme erzeugt, was 20 % des Wärmebedarfs von Salaspils entspricht.  

      „Wir haben an diesem Projekt gearbeitet, seit wir 2014 in Dänemark an einer Konferenz zum
      Thema Fernwärme teilgenommen haben. Ziel ist, unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und
      von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu sein. Die Solarthermie ermöglicht uns, mindestens
      die nächsten 25 Jahre nachhaltige Energie zu einem niedrigen, festen Preis zu erzeugen“, sagt
      Ina Berzina-Veita, Vorstandsmitglied von Salaspils Siltums.

Arcon-Sunmark, der dänische Solarthermie-Spezialist, der bereits auf vier Kontinenten große Solarthermie-Projekte entwickelt hat, lobt das Projekt in Salaspils. In Europa besteht zurzeit sehr großes Interesse an erneuerbarer Energie im Allgemeinen und an Solarthermie im Besonderen. Die größten Vorteile großer Solarthermieanlagen sind ihre Effizienz, ihre saubere Energieerzeugung und ihr im Verhältnis zu traditionellen Energiequellen wettbewerbsfähiger Preis. 
 
      „Große Solarthermieanlagen sind eine erprobte Technologie, die seit 30 Jahren genutzt wird
      und laufend verbessert wurde. Das Projekt in Salaspils ist für die europäische Solarthermie ein
      wichtiger Meilenstein, da die Einführung in Lettland die Vielseitigkeit und die Anpassungs-
      fähigkeit der Technologie zeigt“, sagt Ole Dalby, der CEO von Arcon-Sunmark.

Der Bau der Solarthermieanlage ist Teil einer durchgreifenden Modernisierung der Fernwärmeanlage von Salaspils. Zurzeit ist ein Hackschnitzelkessel (7 MW) die Hauptwärmequelle. Im Rahmen des Projektes wird ein zusätzlicher Hackschnitzelkessel (3 MW) installiert, wodurch die durch Hackschnitzel erzeugte Energiemenge auf 10 MW ansteigt. Außerdem werden die Kontrollsysteme der Fernwärmeanlage von Salaspils modernisiert und ein Speichertank gebaut.

      „Wir haben viel Erfahrung mit nachhaltigen Energielösungen, von denen sowohl die Gesell-
      schaft als auch die Umwelt profitieren. Das Projekt in Salaspils ist ein äußerst inspirierendes
      Modellbeispiel, das zur Nachahmung anregt“, sagt Agris Šipkovs, der Geschäftsführer von
      Filter SIA.

Filter SIA und Arcon-Sunmark untersuchen zurzeit weitere Kooperationsmöglichkeiten im Baltikum.

In Salaspils wird die erste mit Solarthermie betriebene Fernwärmeanlage Lettlands entwickelt.